D R U C K V E R S I O N
Chile -Pazifischer Feuergürtel und Paine Nationalpark in Patagonien-
Eine Wikinger Reise 27. Oktober - 15. November 2005
Ein Reisebericht von Kurt.Merkert@web.de |
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Fast auf den Tag genau vor einem Jahr stand ich an gleicher Stelle wie heute auf dem Frankfurter Flughafen, um nach Santiago in Chile zu fliegen. Nur wollte ich damals in die Atacamawüste im Norden Chiles. Dieses Mal soll es aber in die Mitte und ganz in den Süden bis Patagonien gehen. Ich habe vor einiger Zeit ein Foto des aktiven Vulkans Villarica gesehen, und als ich erfuhr, dass man diesen besteigen kann, ließ mich der Gedanke dorthin zu reisen nicht mehr los. Beim Katalogblättern entdeckte ich dann eine Wikinger Reise, die die Vulkanbesteigung mit einem Trekking im Paine Nationalpark verbindet, und so stand einer Buchung nichts mehr im Wege.
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 Vulkan Osorno
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 Paine Nationalpark
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1. Tag Donnerstag
Gegen 17 Uhr finden sich am Schalter von LAN Chile 14 weitere "Wikinger" ein, darunter Anke und Andrea, mit denen ich schon öfter auf Reisen war. Beim Einchecken rümpfen die Damen von LAN Chile die Nasen, - meine zwei Begleiterinnen haben sich wegen des langen Flugs im Duty Free Shop mit diversen Duftproben eingestäubt - lassen den Airbus aber pünktlich um 19:45 Uhr abheben. Die Maschine ist voll, wir sind über das ganze Flugzeug verteilt. Warum schafft es kein Reiseveranstalter, nebeneinander liegende Sitzplätze zu bekommen? Nach zwei Stunden haben wir Madrid erreicht, eine Stunde Aufenthalt im Transitbereich, und um 23:55 Uhr geht es weiter auf den langen Direktflug nach Chile.
2. Tag Freitag
 Quartier in Talca |
 Erholung vom Flug in Talca |
Um 8:45 Uhr chilenischer Zeit (-5 Std. deutscher Zeit) erreichen wir Santiago. Pass- und Zollformalitäten werden schnell abgewickelt, so dass uns unser Reiseleiter Olaf in Empfang nehmen kann. Nach dem Geldumtausch geht es direkt mit einem bereitstehenden Bus für 2 ½ Stunden Richtung Talca. Die durchfahrene Landschaft gibt nicht sehr viel her. Es ist eine flache Gegend, in der Weinbau und Agrarwirtschaft vorherrschen. Unterwegs kaufen wir noch Proviant für den nächsten Tag ein. Das Wetter ist nicht so gut, wird aber mit der Annäherung an Talca immer besser. In Talca beziehen wir in einer schönen Anlage, die einem deutschen Ehepaar gehört, in kleinen Lodges unser Quartier. Den Nachmittag verbringen wir am Pool, machen kleine Spaziergänge und erholen uns vom Flug. Wir warten darauf, dass es 18 Uhr wird, nicht wegen des Abendessens - das gibt es erst um 19 Uhr - sondern in der Gruppe ist Alkoholverbot bis 18 Uhr beschlossen worden. Dafür gibt es dann echte chilenische Mengeneinheiten, Bier nur in der 1 Liter Flasche und Wein nur in ganzen Flaschen. Als wir nach dem Abendessen ins Bett fallen, bin ich 45 Stunden wach gewesen.
3. Tag Samstag
 Lircay Nationalpark bei Vilches |
 Im Südbuchen- wald |
Dass der Wecker auf 6 Uhr gestellt ist, hat die chilenischen Hähne nicht beeindruckt. Um 1 Uhr machen sie erste Krähübungen, die sie bis zum Morgen zur Perfektion reifen lassen. Gott sei Dank gibt es kein chilenisches Frühstück, die Anlagenbetreiber haben doch einige Gewohnheiten aus Deutschland beibehalten. Gut gestärkt fahren wir in 1 ½ Stunden nach Vilches in den Lircay Nationalpark. Hier machen wir unsere erste leichte Wanderung in einem Südbuchenwald, der absolut nicht mit einem Buchenwald in Deutschland zu vergleichen ist. Die Buchen sehen nicht wie Buchen aus, aber vor allem ist es für unsere Begriffe ein Urwald. Die geplante Stelle für die Mittagsrast müssen wir fluchtartig verlegen, denn dort liegt ein Pferdekadaver im Sumpf und verbreitet einen Geruch, wie wir ihn noch nie erlebt haben. Der Rückweg gestaltet sich etwas rutschig, denn, hat uns der am Vortag gefallene Schnee beim Aufstieg nicht gestört, so ist es jetzt doch sehr warm geworden, was den Schnee schnell schmelzen lässt.
 Südbuchen- wald |
 Ein Pferd ist im Sumpf verendet |
Wir machen noch einen kleinen Abstecher zu einem schön gelegenen kleinen Wasserfall, an dem sogar einige Männer - wer sonst - in das eiskalte, aber glasklare Wasser springen. Da ich von der Gruppe inzwischen zum Reisefotograf bestimmt bin, kann ich leider aus beruflichen Gründen an dieser Aktion nicht teilnehmen.
Wieder zurück in der Lodge, betätige ich mich als Waschmann für diverse verschmutze Hosenbeine, während die Damen nichts Besseres zu tun haben, als eine Hängematte zum Einsturz zu bringen. Zum Grill-Abend ist extra ein Koch engagiert, und es ist so warm, dass wir im Freien essen können. Den Abschluss bildet eine Dia-Show über Chile.
4. Tag Sonntag
 Fahrt nach Chillan |
 Chilenischer Bambus |
Wir fahren heute Morgen auf der Panamericana Richtung Süden. Bis Chillán geht es wieder durch die ziemlich monotone Ebene, die zwischen dem Pazifik und den Anden liegt. In Chillán decken wir uns in einem Supermarkt mit Proviant ein, und Roland muss ein Paar neue Bergschuhe kaufen, - alles am Sonntag - denn seine alten haben die erste Wanderung nicht überstanden. Wir verlassen Chillan gen Osten. Nun ändert sich die Landschaft schlagartig. Die ersten Vulkane tauchen auf, und es wird bergig. In Termas de Chillán (Thermen) beziehen wir Unterkunft in einer Ferienanlage in zwei Holzhäusern, die zu einem Frauen- und einem Herrenhaus erklärt werden. Nachmittags machen wir bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen eine Wanderung am Fuß des Vulkans Chillàn durch urwüchsigen Wald zu einem Wasserfall und über einen erkalteten Lavastrom.
 Aufstieg zu einem Wasserfall
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 Kaktus
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 Erkalteter Lavastrom
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Auf dem Rückweg halten wir noch an einem Restaurant, wo jeder im Kampf mit der spanischen Speisekarte ein Essen für den Abend aussucht. Wir wollen so den "chilenischen Service" am Abend etwas beschleunigen. Danach heißt es schnell duschen (2 Duschen pro Haus) und zügig zurück in die Gaststätte - vielleicht ist die Küche ja doch schneller als gedacht. - Es klappt tatsächlich, und das Essen ist auch noch gut. Auf dem Rückweg können wir zum ersten Mal den fantastischen südlichen Sternenhimmel bewundern.
5. Tag Montag
 Geothermische Quellen in Chillan |
 Beim Aufstieg |
Ich weiß nicht, was die Frauen immer wollen; im Herrenhaus hat niemand geschnarcht! Heute brechen wir etwas später auf, 8 Uhr Frühstück, 9 Uhr Abfahrt mit dem Bus zum nahen Skicenter von Chillán im Shangri La Tal. Hier steigen wir zuerst sehr steil durch den Wald zum geothermischen Gebiet von Chillán auf. Hier zischt und dampft es aus allen Ritzen. Inzwischen haben wir die Schneegrenze erreicht, und bei strahlend blauem Himmel brennt die Sonne stark auf uns herab, während wir in drei anstrengenden Stunden einem kleinen Gipfel zustreben. Die Aussicht ist grandios, jetzt heißt es nur noch genießen. Nach 1 ½ stündiger Mittagspause treten wir den Rückweg an, oder besser gesagt, gleiten bei bester Schneekonsistenz die steilen Hänge hinab.
 Aussicht vom Gipfel |
 Auf dem Gipfel |
Im letzten Teilstück im Wald gibt es nach ein paar kleineren Ausrutschern einen Unfall. Roland rutscht aus und stürzt - sich überschlagend - ca.10 m einen steilen Hang hinunter. Er holt sich eine Stirnverletzung, aber dank dreier Chirurgen in der Gruppe, wird die fachgerecht versorgt. Da Roland auch unsere Gemeinschaftskasse verwaltet, wird geunkt, er wolle nur einen Kassensturz probieren.
Der Nachmittag dient der Säuberung unserer total verschlammten Kleidung, und dann wird gekocht und sogar unter Anleitung Brot - oder besser gesagt Fladenbrot - äh eher Pfannkuchen gebacken. Es ist so warm, dass wir wieder im Freien essen, und mehrere Flaschen - nein Tetrapacktüten - Wein leeren können.
6. Tag Dienstag
 Markt in Chillan |
 Salto del Laja |
Heute ist ein Fahrtag, um 9 Uhr geht es los. Nach einer Stunde machen wir in Chillán halt, um den dortigen Markt zu besuchen. Man könnte meinen, die ganze Stadt sei der Markt, so ein Gewühl, und was dort alles verkauft wird. Hoffentlich dauert es noch lange, bis die Supermarktketten dem Treiben ein Ende bereiten.
Weiter geht es bis zum Salto del Laja, dem größten Wasserfall Chiles. Er ist die kleinere Ausgabe der Niagara Fälle, aber deswegen nicht weniger beeindruckend. Hier machen wir auch Mittagspause bei Bohnensuppe, chilenischer Wurst und im Steinofen frisch gebackenem Brot. Einen weiteren Stopp gibt es noch bei einer von Gustave Eiffel erbauten Stahlbrücke, bevor wir in einer von Schweizern geführten Hosteria in Cracautin Station machen.
 Salto del Laja
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 Das wird schmecken
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 Vulkan Llaima
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 Vulkan Lonquimay
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 Blick zum Lonquimay
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Wir werden alle zusammen in einem kleinen Haus untergebracht. Vom Zweier- bis zum Sechserzimmer ist alles vorhanden, Aufenthaltsbereich, Küche, sanitäre Anlagen und dies in bester Schweizer Sauberkeit. Der Nachmittag wird zum Karten Schreiben, Erkundung der Umgebung oder einfach nur zum Faulenzen genutzt. Das Abendessen wird in der, der Hosteria angeschlossenen Gaststätte eingenommen.
7. Tag Mittwoch
 Morgennebel bei Curacautin |
 Lagune Captren |
In der Nacht ist die Temperatur unter den Gefrierpunkt gefallen, und heute Morgen ist alles mit Reif bedeckt. Das Frühstück ist das beste der bisherigen Reise mit einem Frühstücksbüfett und selbstgebackenem Brot, das man wirklich als Brot bezeichnen kann. Wir fahren heute zur Lagune Captren am Vulkan Llaima, wo wir durch einen Primärwald aus Südbuchen und Araukarien zur höher gelegenen Lagune Conguillio aufsteigen wollen. Der Wald ist noch in seinem Urzustand belassen und der Pfad schlängelt sich märchenhaft dahin. Allerdings können wir die Tour nicht wie geplant durchführen, da wir nach 2 Stunden im Schnee stecken bleiben und den Weiterweg nicht mehr erkennen können. Also heißt es umkehren und als Alternative zu den Araukarien am Hang des Vulkans aufsteigen. Das Wetter hat sich erstmals auf dieser Reise verschlechtert. Inzwischen ist es sehr kühl geworden, und der Wind wird immer stärker, je höher wir den Vulkan hinauf kommen, bis es auch hier Umkehren heißt. Alle sind erstmals froh wieder im warmen Bus zu sitzen.
 Araukarien
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 Araukarie im Malalcahuella Reservat
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 Araukarien am Vulkan Llaima
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 Am Vulkan Llaima
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Dann beginnt es zu regnen. Wir halten an einem Hotel, das zwar schon bessere Zeiten gesehen hat, aber zwei Thermen besitzt, die von einem Großteil der Gruppe auch genutzt werden. Inzwischen regnet es so stark, dass der beim Baden im warmen Wasser servierte Pisco von oben verdünnt wird. Wir essen hier auch noch zu Abend. Auf der Rückfahrt im Dunkeln zum Quartier regnet es weiter. Es stimmt wohl, dass es in dieser Gegend ca. 3.300 mm im Jahr regnet. Als wir ins Bett fallen, sind wir gespannt, wie es Morgen sein wird.
8. Tag Donnerstag
 Chilenischer Bambus |
 Araukarien |
Da es die ganze Nacht geregnet hat, und nun die Berge Wolken verhangen sind, gönnen wir uns noch zwei Stunden Pause, bis wir von der Hütte aus zu einer vierstündigen Wanderung zum Vulkan Lonquimay aufbrechen. Es scheint mal kurz die Sonne, Nebel, Wolken, es graupelt mal, aber dieser Wettermix lässt die Arakaurienwälder noch mystischer erscheinen. Der Rückweg wird individuell vorgenommen, so dass ich viel Zeit zum Fotografieren habe, aber man muss sehen, was sich bei dem Wetter gut ins Bild rücken lässt.
Am Nachmittag unternimmt ein Teil der Gruppe noch einen Ausflug zur Skistation am Lonqimay, wird dort aber von einem Schneesturm in die Gaststätte zum Kaffee getrieben. Der Wirt ist mehr als erstaunt, dass bei diesem Wetter Gäste kommen. Eigentlich hat er geschlossen, öffnet aber dankenswerterweise, dafür ist dann sein Kaffee umso schlechter.
 Araukarie
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 Indianerbrot -cytaria darwini-
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 Berberitze -berberis empeterifolia-
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Wer nicht mitgefahren ist, schreibt Karten, liest, vertreibt sich sonst wie die Zeit, oder wartet einfach nur auf das Abendessen im Schweizer Haus, wo heute ein Grillabend stattfindet.
9. Tag Freitag
 Die Anlage des Schweizer Hauses |
 Landschaft beim Schweizer Haus |
Heute ist Fahrtag nach Pucon am Villaricasee mit dem berühmten Vulkan. Das Wetter ist wieder gut. Wir machen einen ersten Halt in Temuco, haben dort 2 ½ Stunden zur freien Verfügung, die ich mit einem Marktbesuch und der Mittagspause auf der Plaza de Armas verbringe. Man könnte stundenlang dem Gewusel der Menschen in den überfüllten Straßen zuschauen, wo jeder irgendetwas Verkaufen will.
Wir fahren weiter über die Panamericana, die hier als Autobahn ausgebaut ist, gen Süden bis zur Abzweigung nach Villarica. Am Ortseingang von Villarica mit dem gleichnamigen See machen wir Fotostopp für das bekannte Katalogfoto See mit Vulkan, doch der Vulkan ist weg. Er ist gänzlich von Wolken verhüllt. Wir sind enttäuscht, hoffen und bangen aber für den nächsten Tag, einem der Höhepunkte der gesamten Reise.
 Aussicht auf der Weiterfahrt nach Temuco
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 In Temuco
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 Vulkan Villarica 2.847 m
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 Vulkan Villarica am Abend
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In Pucon angekommen beziehen wir ein kleines Hotel und schlendern durch das Touristenörtchen. Gott sei Dank ist hier noch keine Saison, und der Trubel hält sich in Grenzen. Das Wetter ist sehr gut, nur der Vulkan ist immer noch nicht zu sehen. Aber am Spätnachmittag verschwinden die Wolken langsam, und wir staunen bei dem Anblick dieses Berges in unmittelbarer Nähe der Stadt. Um 19 Uhr ist ein Treffen beim Veranstalter der Vulkanbesteigung angesagt, um sich gegebenenfalls die fehlende Ausrüstung - vor allem schneesichere Schuhe - zu leihen, und den Tourpreis von 50 Euro zu bezahlen.
Beim Abendessen stürmen dann einige aus der Gaststätte. Der Vulkan ist jetzt fast frei und von der Sonne in rötliches Licht getaucht. Das lässt für den nächsten Tag hoffen und muss fotografiert werden.
10. Tag Samstag
 Materialausgabe |
 1.400 Höhenmeter liegen vor uns. |
Heute heißt es sehr früh aufstehen. Nach einem Frühstück, das sich im Nachhinein als das schlechteste der ganzen Reise herausstellen wird, müssen wir bereits um 7:10 Uhr bei der Agentur sein, um die Ausrüstung in Empfang zu nehmen, die da wäre: Gamaschen, Überhose, Schuhe, Windjacke, Eispickel, Steigeisen (wurden lt. Auskunft noch nie benötigt) und Handschuhe. Dann fahren wir zur Skistation am Vulkan. Unterwegs gibt es noch einen Halt an der letzten Toilettenanlage für die nächsten 7 Stunden, was bei den Damen wegen der vielen Hosen zu einem größeren Stau führt. Die ersten Höhenmeter werden mit einem Sessellift überbrückt. Als es dann losgehen soll, herrscht große Verwirrung. Die Tourleitung entscheidet, dass die Bedingungen eine Besteigung ohne Steigeisen nicht zulassen. Dass diese wirklich noch nie verwendet wurden, erkennen wir daran, welche Probleme selbst die Guides bei der Anpassung der Eisen an die Schuhe haben.
 Vulkan Llaima und Lago Caburgua |
Es ist keine Wolke am Himmel, als es endlich losgeht. Die Sonne brennt, aber es ist nicht sehr warm, doch 1.400 teils steile Höhenmeter liegen vor uns, und lassen uns doch ganz schön schwitzen. Als wir nach 4 Stunden den Gipfel erreichen, sind wir alle ziemlich erschöpft. Es ist schon grandios; im Eis zu stehen, und auf die brodelnde und spuckende Lava im Vulkanschlund zu schauen - fantastisch!! Die Aussicht ist überwältigend, aber der Wind und die Kälte in 2.840 m Höhe, lassen uns doch recht zügig den Rückweg in Angriff nehmen. Normalerweise geschieht das auf dem Hosenboden sitzend, indem man über Schneerinnen abrutscht, aber, da der Schnee immer noch ziemlich fest ist und damit für ein Abfahren zu gefährlich, müssen wir mit den Steigeisen absteigen. Erst im letzten Viertel können wir dann abfahren, so dass wir statt um 15 erst um 17 Uhr wieder an der Agentur sind.
 Wir sind nicht die Einzigen.
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 Der Kraterrand ist erreicht
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 Alle paar Sekunden wird Lava hochgeschleudert
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 Vulkan Quetrupillán 2.360 m
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 Hosenboden- rodeln
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Zurück ins Hotel, dann duschen und noch zu einem Italiener zum Essen; das ist das Programm für den restlichen Tag. Müde und auch etwas erschöpft fallen die meisten ins Bett, aber mit dem Gefühl, einen großartigen Tag erlebt zu haben.
 Vulkan Villarica 2.847 m |
 Was ist schöner, der Vulkan oder der Ginster? |
Heute fahren wir weiter Richtung Süden, doch leider nicht durch die Seenplatte der chilenischen Schweiz, sondern über die Autobahn der Panamericana. Nach zwei Stunden biegen wir dann doch ab nach Frutillar am Lago Llanquihue. Dieses Örtchen liegt bilderbuchhaft am See und hat als Krönung im Hintergrund noch mehrere Vulkane zu bieten, wovon der Osorno in seiner ebenmäßigen Schönheit kaum zu übertreffen ist. Wir besuchen eine kleine deutsche Freilichtmuseumsanlage in einem parkähnlichen Gelände. Wir sind alle der Meinung, hier könnten wir noch ein paar Tage reinen Erholungsurlaub machen.
 In Frutillar
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 Vulkan Osorno 2.562 m
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 Vulkan Osorno 2.562 m
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 Am Lago Llanquihue
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 Notro (Feuerbusch) -embothrium coccineum-
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Doch wir müssen weiter, wollen wir doch heute noch nach Patagonien fliegen. Wir fahren bis Puerto Montt und dort direkt an den kleinen Fischereihafen. Hier durchstöbern wir den Marktbereich und die Fischhallen, natürlich nicht ohne in einer der unzähligen Minigaststätten auch den Fisch zu probieren. Er hat eine Superqualität und ist darüber hinaus auch noch sehr preisgünstig.
 Am Hafen in Puerto Montt
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 Ein Fischstand neben dem anderen
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 Am Hafen in Puerto Montt
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 Am Hafen in Puerto Montt
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 Modernste Verkabelung
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Um 18 Uhr fahren wir dann zum Flughafen, um nach Patagonien zu fliegen. Bei der Sicherheitskontrolle passiert es dann wohl, irgendwie verschwindet in dem ganzen Chaos meine Gürteltasche mit meinem Geld und der Scheckkarte. Um 21 Uhr fliegen wir dann nach Punta Arenas, und gegen 24 Uhr sind wir dann im Hotel, wo ich den Verlust meiner Wertsachen feststelle. Da telefonisch heute nichts mehr zu machen ist, verbringe ich eine unruhige Nacht bis zum nächsten Morgen.
12. Tag Montag
 Patagonien, weite großartige Landschaft |
 Patagonien ist ein rauhes Land. |
Die ersten Aktivitäten gelten heute meinen Wertsachen. Nachdem die diversen Telefonate mit den Flughäfen in Puerto Montt und Punta Arenas zu keinem Ergebnis führen, lasse ich die Geldkarten sperren. Dann fahren wir los, nicht zum Paine Nationalpark, sondern erst noch mal zum Flughafen. Vielleicht erreichen wir dort doch noch etwas. Für mich kommt es dann fast zu einem Nervenzusammenbruch, als Andrea auf dem Weg dorthin nach einem Taschentuch greift und stattdessen meine Wertsachen aus ihrem Anorak zieht. Sie hatte sie versehentlich eingesteckt.
Nun geht es aber endlich Richtung Paine Nationalpark durch die unendliche Weite Patagoniens. Es ist so, wie wir uns das vorgestellt haben. Nicht enden wollende mit Stacheldraht abgetrennte Schafweiden wechseln sich in der flachen Landschaft mit kleinen Tümpeln ab, und am Horizont in weit über 100 km Entfernung erscheinen in der glasklaren Luft die ersten Gebirgsketten. Vorbei an Nandus, den südamerikanischen Straußen, Flamingos, Andengänsen und abertausenden von Schafen lassen wir die Landschaft auf uns wirken. Doch etwas stimmt hier nicht. Es fehlt der immer vorhanden sein sollende berüchtigte Wind, es fehlt die uns vorausgesagte Kälte, wir haben keine Wolke am Himmel, und regnen tut es auch nicht - total untypisch für Patagonien.
 Man kann ununterbrochen fotografieren
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 Am Strand in Puerto Natales
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 Zum 1. Mal der Torres del Paine Nationalpark im Blick
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 Ein Nandu
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Den ersten Halt und damit auch den letzten in der Zivilisation machen wir in Puerto Natales. Die zwei Stunden Aufenthalt nutzen wir, um Proviant für das anstehende Trekking zu kaufen, und den Rest der Zeit verbringe ich am Strand, die Ruhe und das Panorama genießend. Es ist so ungewöhnlich warm, dass einige Kinder sogar in der Meeresbucht baden.
 Guanakos
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 Die 'Torres'
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 Paine Wasserfall
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 Paine Wasserfall mit den Torres
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Kurz hinter Puerto Natales weicht die Asphaltstraße einer Schotterpiste und bis zum Paine werden wir ganz schön eingestaubt. An den Paine Wasserfällen machen wir noch einen Halt, und dann geht es zur Torres Hütte. Die Hütte ist so voll belegt, dass ein Teil der Gruppe in Zelten untergebracht wird, aber es gibt Duschen, und in den Alpen habe ich schon Schlimmeres erlebt. Den Rest des Tages genießen wir bei angenehmen Temperaturen die wunderbare Natur.
13. Tag Dienstag
 Paine Nationalpark aus der Luft |
Heute wandern wir zu den Torres, einem der Wahrzeichen des Parks, vier Stunden aufwärts und in drei Stunden auf dem gleichen Weg zurück. Es ist bewölkt, aber trocken und vor allem, wir können die berühmten Türme sehen. Wie viele waren schon vor uns hier und konnten vor Wolken und Regen überhaupt nichts erkennen. Diese sich im Gletschersee spiegelnden Wände sind schon beeindruckend. Da der Rückweg von jedem individuell angegangen wird, nutze ich die Zeit zum ausgiebigen Fotografieren. Wir machen noch einen Stopp an der "italienischen Hütte", um gegen 17 Uhr wieder die Torreshütte zu erreichen. Wir essen heute Abend in der Hütte. Es gibt Reis mit Lachsauflauf. Ich bin erstaunt, wie oft es bisher Reis gab, Nudeln kennen die hier wohl nicht.
 Rote Krähenbeere -empetrum rubrum-
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 Die 'Torres'
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 Berberitze -berberis empeterifolia-
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 Im Torres del Paine Nationalpark
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Ich will mit Andrea noch einen kleinen Abendspaziergang machen. Doch werden wir von unzähligen lästigen kleinen stechenden Plagegeistern ziemlich schnell wieder in die Hütte getrieben. Es sollte dies aber der einzige Vorfall dieser Art während der ganzen Reise sein, obwohl wir vor Reisebeginn davor gewarnt wurden.
14. Tag Mittwoch
 Die Torres im ersten Tageslicht |
 Leucheria achillaeifolia |
Die Türme sollen an ein paar ganz wenigen Tagen im Jahr früh morgens von der Sonne rot angestrahlt werden. Soll das gerade heute sein? Aber wir hatten schon soviel Wetterglück in diesem Urlaub, und so stehe ich um ½ 6 Uhr morgens auf und werde belohnt. Dafür ist anschließend das Frühstück wieder nicht beeindruckend, (Toastbrot mit Butter und Wasser mit Lipton Teebeuteln) und es dauert unendlich lange, bis man etwas bekommt.
Heute haben wir viel Zeit. Nach der gestrigen Anstrengung steht als Übergang zur Cuernos Hütte eine Genusswanderung an. Ohne größere Steigungen ziehen wir oberhalb des Lago Nordenskjöld an den Hängen der Cuernos del Paine entlang. Der Pfad führt wunderbar an kleinen Seen vorbei, immer wieder von den roten Farbtupfern der Notro Feuerbüsche aufgelockert, so dass man ständig am Fotografieren ist. Die Analogfotografen in der Gruppe tun etwas für die Geldbeutel von Kodak, Agfa und Co, während die Digitalfotografen auf den sparsamen Gebrauch der Akkus achten. Im Nationalpark gibt es nur in der Pehoehütte Gelegenheit die Akkus aufzuladen.
 Auf dem Weg zur Cuernos Hütte
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 Schwefelanemone -anemone multifidia-
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 Ein Feuerbusch als Vordergrund
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 Mittagspause
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Das Wetter gestaltet sich bewölkt im Wechsel mit Sonne, sogar ein paar Tropfen Regen fallen, aber wirklich nur ein paar Tropfen. Wir erreichen die Hütte ziemlich früh und beziehen die Zimmer. Hier gibt es eine Neuerung - dreistöckige Betten - wer da herausfällt! Den Nachmittag verbringen wir - ausgestattet mit einigen Dosen Bier - am Strand des Lago Nordenskjöld, müssen dort aber unsere Uhren drei Stunden vorstellen, wegen des Alkoholverbots in der Gruppe bis 18 Uhr. Inzwischen hat der Wind aufgefrischt, aber er hat immer noch keine patagonische Stärke. Zum Abendessen gibt es Linsensuppe - Andrea und Petra haben sogar eine Linse darin gefunden - und Reis (schon wieder) mit Huhn.
 Kurz vor der Cuernos Hütte
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 Lago Nordenskjöld
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 Abendstimmung am Lago Nordenskjöld
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Nach dem Abendessen ist es immer noch so angenehm warm, dass wir vom Seeufer aus, das Farbenspiel des abendlichen Himmels erleben können.
15. Tag Donnerstag
Das heutige Frühstück bekommt man vor allem schneller als gestern, ob es besser ist, sei dahingestellt. Wir wandern heute in das Valle Francés hinein, um den Francésgletscher kalben zu sehen. In diesem Tal soll das Wetter immer schlecht sein, und richtig, es nieselt beim Loslaufen, und es regnet dann sogar für eine Viertelstunde, aber das war es dann auch schon. Wir wandern bis zu den gewaltigen Hängegletschern, warten auf Eisabbrüche, die nicht kommen, und schlendern dann durch die großartige Landschaft bis zum Taleingang zurück, um dann Richtung Pehoehütte abzubiegen.
 Auf dem Weg ins Valle del Francés
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 Mittagspause am Glacier Francés
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 Aussicht auf dem Rückweg
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 Hängebrücke im Valle del Francés
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 Cuernos del Paine
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 Lago Skottsberg
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 Lago Pehoe
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Das Wetter ist wieder besser geworden, als wir die Hütte erreichen, eine wunderschöne kleine heimelige Holzhütte, an der wir schnurstracks vorbeilaufen, denn sie beherbergt die Nationalparkverwaltung. Die richtige Pehoehütte ist ein großer hässlicher Neubaukasten, der sich aber als äußerst zweckmäßig und sauber, mit den besten sanitären Anlagen des ganzen Parks herausstellen sollte. Nach einem Begrüßungspisco entdecke ich einen Internetanschluss für Hausgäste und will eine e-mail senden. Leider scheint er von der Geschwindigkeit her handbetrieben zu sein.
Das Abendessen ist dem Gebäude angepasst, Selbstbedienung wie in einer Kantine mit Abgabe von vorher gekauften Essenmarken. Der inzwischen schon gewohnte Abendspaziergang fällt wegen unangenehmer Kühle aus.
16. Tag Freitag
 Das Blau des Eises ist fantastisch. |
 Grey Gletscher |
Heute wollen wir an den Greygletscher und zur gleichnamigen Hütte. Es ist bewölkt aber trocken, als wir durch ein Trogtal zu einem Sattel aufsteigen, von dem aus wir einen ersten Blick auf den Gletscher und die dazugehörige Bucht haben. Wir entdecken auch die ersten kleinen Eisberge, die im Wasser treiben. In leichtem Auf und Ab ziehen wir am Greysee entlang und erreichen gegen Mittag die Greyhütte. Sie ist die bisher kleinste, dunkelste, schmutzigste und auch die vollste Hütte, und wir werden in zwei Achterzimmer eingepfercht.
Nun brechen wir zu einem Aussichtspunkt auf die Abbrüche des Greygletschers auf. Das Wetter wird immer besser, und die Farbe des Eises leuchtet in einem Blau, das schon fast unwirklich erscheint. Hier wird Mittagsrast gehalten. Danach teilt sich die Gruppe, ein Teil steigt noch 1 ½ Stunden auf, bis er oberhalb des Gletschers ist, und einen großartigen Blick auf die gewaltigen Spalten hat. Der andere Teil der Gruppe versucht, an der Küste entlang die Hütte zu erreichen und genießt die fantastische Natur inzwischen bei Sonnenschein.
 Grey Gletscher
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 Am Lago Grey
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 Am Lago Grey
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 Abendstimmung an der Grey Hütte
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 Paine Grande
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Nach dem sehr einfachen Abendessen (ausnahmsweise gab es wieder mal Reis und auch wieder Huhn, aber dieses Mal vom Bein) zieht es alle an den Strand. In der wärmenden Sonne beobachten wir die wunderschöne Färbung der umliegenden Berge. Doch sobald die Sonne untergegangen ist, wird es schnell empfindlich kalt. In der Hütte gibt es drei Inhouse Duschen, die zusammen den Raum einer einzigen normalen Dusche belegen. Ich ziehe eine der zwei Outdoor Duschen des angeschlossenen Campingplatzes vor, auch wenn ich dann durch die Kälte muss. Nachts werde ich geweckt, ich würde schnarchen, doch die Geräusche dringen durch die bessere Sichtschutzwand aus dem Nebenraum.
17. Tag Samstag
 Lago Grey |
 Lago Grey |
Das Aufstehen gestaltet sich heute besonders interessant. Es brennt kein Licht, und das in dieser engen, dunklen Hütte. Auf dem Weg zu den Sanitäranlagen höre ich Mechthild aus der Toilette rufen "hier bleibt alles trocken" und von nebenan kommt Rolands Stimme "hier kommt nichts". Etwas verstört ziehe ich mich schnell zurück. Einige waschen sich wegen des Wassermangels direkt im See.
Wir laufen heute auf dem Hinweg zurück zur Pehoehütte. Es ist keine Wolke am Himmel, und da es auch absolut windstill ist, spiegelt sich die Landschaft im Greysee. Unser Guide meint, das Wetter auf dieser Reise sei höher einzuschätzen als 6 Richtige im Lotto. Der Rückweg wird eine reine Genusstour. An der uns schon bekannten Pehoehütte machen wir Mittag, einige duschen noch einmal, und dann besteigen wir einen Katamaran. Die nun folgende ½ stündige Fahrt über den Pehoesee wird zur Krönung der Tage im Paine Nationalpark. Die Aussicht kann man nicht beschreiben, das muss man gesehen haben.
 Lago Grey
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 Die Eisschollen treiben aus der Bucht
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 Pehoe Hütte
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 Paine Grande
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 Paine Grande
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 Cuernos del Paine
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 Überfahrt mit dem Boot
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 Magellan Pinguine am Otway Meerbusen
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 Magellan Pinguin
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An der Anlegestelle wartet schon der Bus auf uns, und ohne Pause nehmen wir die riesige Entfernung nach Punta Arenas in Angriff. Kurz vor Punta Arenas machen wir noch einen einstündigen staubigen Abstecher zu der Pinguinkolonie am Otway Meerbusen. Es ist hier ziemlich kühl und stürmisch, aber die Magellanpinguine lassen sich trotzdem geduldig fotografieren. Dann heißt es wieder eine Stunde einstauben und auf direktem Weg in eine Gaststätte nach Punta Arenas. Gegen 23:30 Uhr beziehen wir in unserem Hotel wieder die gleichen Zimmer wie vor der Abreise zum Paine Park.
18. Tag Sonntag
 Punta Arenas |
 Plaza de Armas |
Frühstück ist heute erst um 8 Uhr, und danach ist auch noch genügend Zeit zum Packen. Wir machen eine kleine Stadtrundfahrt, beginnend an der Magellanstraße, fahren dann zur ganz hübschen Plaza des Armas. Dort macht eine Andenkenverkäuferin mit ihrem Angebot an handgefertigten Pinguinen aus Stein bei unserer Gruppe das Geschäft des Monats. Danach besuchen wir den Friedhof von Punta Arenas. Friedhöfe gehören gewöhnlich nicht zum Besichtigungsprogramm solch einer Reise, aber diesen sollte man gesehen haben, zeigt er doch anhand der Grabgestaltung über einen Zeitraum von 200 Jahren, wie sich der Wohlstand der Bevölkerung und ihr Umgang mit dem Tod entwickelt hat.
Anschließend geht es direkt zum Flughafen. Wir haben genügend Zeit die zwei Verkaufstände und die Cafeteria zu besuchen. Nach einer letzten Schokolade fliegen wir mit einer Zwischenlandung in Puerto Montt nach Santiago. Ich muss all meinen Charme einsetzen, damit eine sehr kräftige chilenische Dame ihren Fensterplatz mit mir tauscht, will ich doch den wolkenlosen Himmel nutzen, den Paine Nationalpark, das Fitz Roy Massiv und die Anden noch einmal aus dem Flugzeug zu fotografieren.
 Plaza de Armas
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 Friedhof in Punta Arenas
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 Friedhof in Punta Arenas
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 Grey Gletscher beim Rückflug
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 Flug über das Inlandeis
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Gegen 17 Uhr landen wir in Santiago und werden direkt zum Hotel, das sehr zentral am Park Cerro Santa Lucia liegt, gebracht. Die Zeit bis zum Abendessen verbringen wir mit der Erkundung des Parks und der Plaza de Armas. Es scheint, als würden sich alle Chilenen am Sonntag an diesen zwei Plätzen aufhalten.
Den Abend verbringen wir bei einem Italiener, wieder mal mit sehr großen Portionen und zum ersten Mal auf der ganzen Reise mit Fassbier. Gegen 1 Uhr in der Frühe sind wir wieder im Hotel.
19. Tag Montag
Das von Olaf schon lange als das schlechteste der ganzen Reise angekündigte Frühstück erfüllt diesen Anspruch tatsächlich. Die heutige mehrstündige Innenstadtbesichtigung unternehmen wir zu Fuß, besuchen alle wichtigen Punkte und haben dann 3 ½ Stunden zur freien Verfügung. Das Mittagessen nehme ich mit Andrea in den Fischhallen ein. Dann werden auf einem Kunstmarkt noch ein paar Andenken gekauft, und anschließend fahren wir zum Flughafen, wo wir pünktlich um 19:30 Uhr in Richtung Madrid starten.
 Santiago
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 Cerro Santa Lucia
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 Plaza de Armas
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 Markt in Santiago
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 Flug über die Anden
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20. Tag Dienstag
Der Flug verläuft ohne besondere Vorkommnisse. In Madrid gibt es den schon vom Hinflug bekannten Zwischenstopp. Dieses Mal findet hier aber die Einreise in die EU statt. Alles wird wieder einmal durchleuchtet. Gegenüber dem Vorjahr hat man dazugelernt, und die Zahl der kontrollierenden Beamten auf zwei verdoppelt. Am späten Nachmittag des Dienstag landen wir dann wieder in Frankfurt, und ich trete mit der S-Bahn die Heimreise an.
Fazit: Für mich war das eine der schönsten Reisen, die ich je gemacht habe. Begünstigt von dem unglaublichen Wetterglück, einer Supergruppe, gibt es an dieser Reise nichts auszusetzen, vielleicht nur, dass sie uns allen zu kurz vorkam. Dem Reiseveranstalter und unserem Guide Olaf kann man nur die Note 1 vergeben.
Und für Chile selbst gilt; ich werde da nicht zum letzten Mal gewesen sein.
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Ausrüstungsliste: |
Dokumente Reisepass Kopie von Reisepass Flugticket Kopie von Flugticket Kopie von Impfausweis Devisen AMEX-Reiseschecks Kreditkarte Kopie von Kreditkarte Telefonnr. zum Sperren von Schecks und Kreditkarte Passbilder
Toilettenartikel Seife/Duschmittel Handtücher Waschlappen Zahnputzsachen Toilettenpapier Hakle Feucht Kamm/Bürste Rasierapparat Haarfön Deo Tubenwaschmittel Wäscheleine Klammern Wäschesack |
Arzneimittel Erste Hilfe Set JHP-Öl Immodium Akut (Durchfall) Labiosan (Lippenschutz) Effortil (Kreislauf) Dexametason (Kopfschmerzen) Mykoderm-Miconalzolcreme (gegen Fußpilz) Melkfett (Füße) Hautcreme Magnesiumtabletten Insektenmittel evt. Moskitonetz für Kopf Sonnenschutzmittel Faktor 30
Schlafen Hüttenschlafsack Taschen- oder Stirnlampe Ersatzbatterien
 Am Anfang herrscht das Chaos
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Kleidung Hut/Mütze Handschuhe Fleecejacke Fleecehose Treckinghosen (zipbar) Anorak evt. Regenschirm Überziehhosen Tshirts Pullover Badehose Unterwäsche Strümpfe Schlafsachen Taschentücher
Wanderschuhe Trekkingsandalen Badelatschen Turnschuhe
 Geordnetes Chaos |
Sonstiges Gürteltasche (kein Brustbeutel) Brille Sonnenbrille Steckeradapter Taschenmesser (kein Handgepäck) Nähzeug
Rucksack Regenschutz für Rucksack Getränkeflasche
Schreibmaterial Literatur evt. Diktiergerät evt. elektronischer Übersetzer
Fotoausrüstung Kamera Ersatzbatterie genügend Filme ggf. Stativ Kameratasche Staubschutz (unbedingt) Vulkanbesteigung Die Ausrüstung für die Vulkanbesteigung kann kostenlos geliehen werden. |
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